Erfahrungsberichte

Helen Armbrecht

Berufspraktikantin

Martin Frey

Berufspraktikant

Nadine Wiesner

Auszubildende

„Berufspraktikantin in der Wohngruppe Gihon und der Kirchlichen Arbeit“

In welchem Bereich des Stephanstiftes arbeiten Sie und was genau sind Ihre Aufgaben?

Ich habe Religionspädagogik und Sozialpädagogik studiert und absolviere jetzt mein Anerkennungsjahr. Mein Aufgabengebiet ist zweigeteilt. Einerseits arbeite ich in der Jugendhilfe in der WG Gihon und andererseits in dem Bereich der Kirchlichen Arbeit der Gemeinde des Stephansstifts. 

In der Kirchlichen Arbeit, dem Religionspädagogischen Dienst, organisieren wir z. B. für alle Jugendlichen aus den Wohngruppen einen wöchentlichen Lauftreff oder führen regelmäßige Einheiten in den Tagesgruppen Pegasus und Arche durch. Außerdem bieten wir kreative Angebote wie einen Nähtreff und verschiedene Freizeitaktionen wie die Fahrt nach Taizé oder den Kirchentag an.

In der WG Gihon strukturiere ich zusammen mit den Kindern und Jugendlichen den Tagesablauf – Aufstehen, Frühstück, Schule, Mittagessen, Hausaufgaben und natürlich ganz wichtig Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus finden Elterngespräche statt und man begleitet die Jugendlichen zu einzelnen Terminen.

Was sind die besonderen Herausforderungen Ihrer Aufgabe?

Immer wieder Nächstenliebe auszustrahlen auch in Stresssituationen und immer an das „Große Ganze“ zu denken. Z. B. hatte ich gestern eine schwierige Situation in der WG. Ein Jugendlicher wollte nicht mehr aus dem Büro gehen und fing an mich und andere Kinder der WG zu beschimpfen und mit Gegenständen zu bewerfen. Da ist es schon öfter eine Herausforderung stets Ruhe zu bewahren, das Gute im Kind zu sehen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Viel Kraft und positive Energie für diese tägliche Arbeit schenkt mir unter anderem mein Glauben.

Warum sollte man sich für eine Stelle in Ihrem Bereich bewerben?

In meinem Fall habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich habe schon während der Schulzeit ehrenamtlich Jugendgruppen betreut und habe mich gerne sportlich betätigt. Jetzt mache ich dies während meinem Dienst – Gruppenaktivitäten, Laufen, mit den Kindern und Jugendlichen Fußball spielen. Es ist zwar anstrengend, aber ich gehe jeden Tag nach Hause mit dem Gefühl etwas Sinnstiftendes getan zu haben. Außerdem bekommt man von den Jugendlichen viel zurück - ein freundliches Lächeln oder nettes „Dankeschön“, dafür lohnt es sich jeden Tag wieder.

Erzählen Sie doch bitte etwas zu Ihren Kollegen und Ihrem Team!

Mein Team ist ein entscheidender Grund, warum ich gerne im Stephansstift weiterarbeiten möchte. Im Laufe des Berufspraktikums habe ich gemerkt, wie wichtig hilfsbereite, erfahrene und gut gelaunte Kollegen sind und wie sehr sie die tägliche Arbeit erleichtern. Daher freue ich mich sehr darauf, auch nach Ende des Anerkennungsjahres mit diesem Team der Arbeit in der Wohngruppe weiter nachgehen zu können.

„Berufspraktikant in der Wohngruppe Albert-Schweitzer“

In welchem Bereich des Stephanstiftes arbeiten Sie und was genau sind Ihre Aufgaben?

In der WG Albert-Schweitzer wohnen derzeit acht Jugendliche. Ich bin als Berufspraktikant vollwertiges Teammitglied und bin somit nicht nur für die alltägliche Strukturierung des Tagesablaufes innerhalb der Wohngruppe zuständig, sondern erstelle auch die Dokumentation und nehme an Hilfeplangesprächen teil. Jeder der acht Jugendlichen hat individuelle Ansprüche und Anliegen, denen ich mich als Ansprechpartner und Vertrauensperson annehme und versuche, diese gemeinsam mit den Jugendlichen zu bearbeiten. Weiterhin gehören auch die Arbeit mit den Eltern, Behörden, wie dem Jugendamt sowie Schulen, zu meinem Aufgabengebiet. 

Ich bin gelernter Heilerziehungspfleger und habe, um mich weiterzubilden, an der FH Hannover Soziale Arbeit studiert. Ich bin durch eine Kommilitonin auf das Stephansstift gekommen. Diese macht hier ebenfalls ihr Berufspraktikum.

Was sind die besonderen Herausforderungen Ihrer Aufgabe?

Jeder Jugendliche bei uns in der Wohngruppe bringt seine ganz eigene Geschichte und sein ganz eigenes Schicksal mit. Es ist immer wieder beeindruckend und teilweise auch erschreckend, was die Jugendlichen in ihrem jungen Alter bereits alles erlebt haben und erleben mussten. Eine besondere Herausforderung ist für mich den Spagat zwischen Nähe/Vertrauen und der nötigen fachlichen Distanz zu finden und zu wahren. Da ich mich in meinem Beruf immer auch im unmittelbaren Kontakt sowie dem eigenen Wohn- und Schutzraum der Jugendlichen befinde, ist es eine Herausforderung, einen professionellen Abstand zu wahren und dennoch nicht den Kontakt zu den Jugendlichen zu verlieren. 

Weiterhin ist die Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu nennen. Diese jungen Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen, wie Verfolgung, Krieg und Terror unter teils menschenunwürdigen Verhältnissen nach Deutschland. Die Aufnahme, Versorgung und die Bereitstellung einer neuen Heimat für die Flüchtlinge stellt für mich eine besondere Herausforderung dar. Viele haben großes Leid selbst erfahren oder mitansehen müssen. Diesen, teils schwerst traumatisierten jungen Menschen, innerhalb einer für sie fremden Kultur zu begegnen und ihnen hier ein neues Heim zu bieten stellt hohe Anforderungen an uns.

Warum sollte man sich für eine Stelle in Ihrem Bereich bewerben?

Die Wohngruppenarbeit ist ein sehr intensiver Bereich. In meinen Augen ideal für einen Berufspraktikanten, da man sehr nah an den Jugendlichen dran bzw. eigentlich mitten drin ist. Außerdem herrscht hier ein positives, lockeres Betriebsklima. Man kommt gerne zur Arbeit. 

Darüber hinaus ist das Stephansstift bzw. die Dachstiftung Diakonie ein riesiger Arbeitsgeber mit vielen unterschiedlichen Arbeitsbereichen, in denen man sich erproben und ggf. auch wechseln und sich weiterentwickeln kann.

Erzählen Sie doch bitte etwas zu Ihren Kollegen und Ihrem Team!

Unser Team arbeitet sehr eng zusammen und ich wurde als Berufspraktikant gut aufgenommen und kann viel ausprobieren. Durch die unterschiedlichen Professionen innerhalb des Teams, wie Erziehern, Heilpädagogen und Sozialarbeitern kann man sich gut und fachlich austauschen. Einmal im Jahr haben wir gemeinsame Teamtage zur Teamfindung und Neuausrichtung. Diese kommen demnächst und ich bin schon sehr gespannt drauf. 

„Auszubildende zur Hotelfachfrau im Zentrum für Erwachsenenbildung“

In welchem Bereich des Stephanstiftes arbeiten Sie und was genau sind Ihre Aufgaben?

Dazu möchte ich gerne etwas weiter ausholen. Mir ging es nicht immer so gut wie jetzt. Vor einiger Zeit habe ich ein halbes Jahr lang in der Psychiatrie Langenhagen gelebt. Als es mir besser ging, suchten meine Sozialarbeiterin und ich Möglichkeiten für mich, wieder in ein normales Leben zu finden. Eins stand fest, nach Hause zurück wollte ich auf keinen Fall wieder. Zufälligerweise war meine Sozialarbeiterin eine ehemalige Mitarbeiterin des Stephansstiftes und nahm Kontakt zu Frau Dehmlow (Regionalleiterin der Therapeutischen Wohngruppen) auf. Nach einem Infogespräch zog ich dann in die therapeutische Wohngruppe Drachenburg ein.

Das Zentrum für Erwachsenenbildung ist auch auf dem Gelände des Stephansstiftes, eigentlich schräg gegenüber von der Drachenburg. Und nach einigen Praktika in Kindertagesstätten, wollte ich mal was völlig anderes ausprobieren. Kurz entschlossen ging ich zur Rezeption des ZEB und fragte, ob ich hier ein Praktikum als Hauswirtschaftskraft absolvieren könnte. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Geschäftsführer Herrn Merz konnte ich bereits in der nächsten Woche mit dem Praktikum beginnen. Schön, dass nicht alles in meinem Leben immer so kompliziert ist. Das Praktikum lief super und wir verlängerten es auf ein Jahr. Eigentlich wollte ich dann die Ausbildung zur Hauswirtschaftskraft beginnen, aber mein Ausbilder Herr Röbbecke kann nur Hotelfachkräfte ausbilden und so kam ich dann zu der Ausbildung. 

Jetzt kann ich sagen, dass das ein großes Glück für mich war. Die Ausbildung zur Hotelfachfrau ist viel anspruchsvoller und vielseitiger und bietet mir später viel bessere Chancen. 

Ich bin im dritten Lehrjahr und habe bereits viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln können. Ich war schon an der Rezeption, im Service, in der Hauswirtschaft und habe dort ganz viele unterschiedliche Tätigkeiten kennen gelernt.

Was sind die besonderen Herausforderungen Ihrer Aufgabe?

Eine ganz besondere Herausforderung für mich sind die engen zeitlichen Vorgaben, z. B. die rechtzeitige Bestückung der Räume mit Stühlen, Tischen und Flipcharts oder auch die pünktliche und gut vorbereitete Kaffeepause mit Kuchen usw. 

Warum sollte man sich für eine Stelle in Ihrem Bereich bewerben?

Das Zentrum für Erwachsenenbildung ist für mich ein toller Arbeitgeber. Ich kann hier unterschiedliche Bereiche kennenlernen und es herrscht überall ein gutes Arbeitsklima. Außerdem stehen einem mit dem Beruf der Hotelfachfrau nach der Ausbildung alle Türen offen. Ich könnte nach der Ausbildung in den Bereich Service oder auch die Hauswirtschaft gehen oder vielleicht auf einem Schiff in der Küche arbeiten. 

Erzählen Sie doch bitte etwas zu Ihren Kollegen und Ihrem Team!

Ich habe mich bis jetzt in allen Bereichen sehr wohl gefühlt. Überall wurde ich mit offenen Armen empfangen und alle hatten stets ein offenes Ohr für meine Fragen. Besonders schön fand ich unsere letzte gemeinsame Weihnachtsfeier. 

Hier können Sie einen aktuellen Radiobeitrag von unserem Azubi Altenpflege "Herrn Krömker" und unserem Koordinator der Ausbildung "Herrn Graulich" hören.